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The Orbit of Minor Satellites
Marie Ketzscher
Thematisiert Tod
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chrissullivanx@gmail.com
Ortsteil Autobahn
Die filmische Beobachtung einer Landschaft, die durch Grenzziehungen geformt wurde und bis heute bestimmt wird. Auch 35 Jahre nach der Wiedervereinigung sind in Marienborn Grenzen weiterhin präsent. Da ist die Gedenkstätte, die an die Gewalt des SED-Regimes erinnert. Hinzukommen – nur einen Steinwurf entfernt – neue Grenzen. In den ehemaligen Kasernen der NVA leben heute geflüchtete Menschen in einer Gemeinschaftsunterkunft. Um hierher zu gelangen, haben auch sie Grenzen überwunden, oft klandestin und unter Lebensgefahr. Nun trennt sie erneut eine Grenze von der Außenwelt: eine Kombination aus Mauer und Zaun, die unweigerlich an die ehemaligen Grenzsicherungsanlagen der DDR erinnert. In langen Kamerafahrten, die mit ihrem Weitwinkelblick bisweilen fast entrückt wirken, beobachtet der Film das Nebeneinander von Öffnung und Abgrenzung. Während das Bild Kontinuitäten sichtbar macht, arbeitet die Tonebene die feinen Unterschiede zwischen den einzelnen Orten heraus.
Luc-Carolin Ziemann
Thematisiert Rassismus
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luci.schwingen@gmail.com
Otá Layò
Die Brüder Matheus und José leben in Brasilien an den Flüssen des Kalunga-Quilombo, einer Gemeinschaft von Nachfahren geflohener Sklaven. Die Quellen und Flüsse sind ein wichtiger Teil ihres Lebens, und die beiden wissen, wie kostbar und schützenswert diese Gewässer sind. Am liebsten sammeln sie dort Steine, die sie für ihre Kunstwerke verwenden. Der Film begleitet die Brüder ein Stück auf ihren Streifzügen am Wasser und erzählt von ihrer besonderen Verbindung zu diesem Ort.
Lina Dinkla
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contato.acarajefilmes@gmail.com
Out of Bounds
André Eckardt
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franz.impler@gmail.com
Patronymic
Seggen Mikael
Thematisiert Kriegsszenen
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shortsfit@gmail.com
Permanence of Decay
Anhand von Fotos aus öffentlichen Quellen hinterfragt das Werk zudem das digitale Archiv. Ist das Archiv ein Ort der Beständigkeit oder lediglich ein Zustand des langsamen Verfalls? Die Bilder sind von öffentlicher Bedeutung, haben für das Publikum jedoch keinen sentimentalen Wert, daher hat ihr Verfall keine persönliche Tragweite. Dieses Verhältnis könnte sich jedoch ändern, sobald Besucher*innen ihre eigenen Fotos hochladen und Zeugen ihres Zerfalls werden...
Dana Melaver
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Diese Arbeit ist Teil unserer Ausstellung
DOK Neuland: Landslide
27.10–1.11.2026
Di–So: 11:00–18:00
Mi: 12:00–20:00
Eintritt frei
Die DOK Neuland Extended Reality Ausstellung findet im Kohlrabizirkus statt, zusätzlich befindet sich ein Projekt im Leipziger Hauptbahnhof und in der Heilandskirche findet zu zwei Terminen eine Performance statt.
Alles über die Ausstellung DOK Neuland
Es gelten die AGB von DOK Leipzig. Bitte beachten Sie, dass aufgrund einer begrenzten Personananzahl in den Ausstellungsorten längere Wartezeiten zu erwarten sind. Wir bitten um Ihr Verständnis und Ihre Geduld.
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Petrolheads
Martin träumt nicht von einem Leben im Reichtum. Sein größter Wunsch ist ein 1994er Honda Civic und ein Führerschein. Mit fünf Monaten kam er zu seiner Pflegefamilie. Mit neun wurden bei ihm Autismus diagnostiziert, ADHS und eine sogenannte Bindungsstörung. Dann traf er Casper, und die beiden bauten eine Bindung auf, die auf ihrer gemeinsamen Liebe für Autos beruht, auf Trabbi-Witzen und dem Verständnis für die Schwierigkeiten des jeweils anderen – beide von ihren Behinderungen und von der frühen Jugend im Waisenhaus geformt, die ihr Selbstwertgefühl beeinträchtigt haben. Von seinem Bruder, dem Regisseur Emil Langballe, mit Ehrlichkeit und Sorgfalt gefilmt, folgt der Film Martin, der in einer Spirale aus Drogensucht und Ärger gefangen ist. Doch die ganze Zeit arbeitet er weiter mit Casper an seinem Honda Civic. Ein Film über Brüche und Reparaturen, über Autos und Beziehungen, Unterstützungssysteme und die Zärtlichkeit der Freundschaft.
Sevara Pan
Enthält Darstellungen von Drogenkonsum, psychische Erkrankungen
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jasmina@verita-films.com
Piccolo Piccolo
Immerzu dieser Ärger mit den älteren Geschwistern! Die kleinste Maus beschließt eines Tages, nicht mehr hinter den drei Raufbolden herzulaufen, und geht auf Wanderschaft. Den hohen Berg möchte sie besteigen. Mühsam ist der Aufstieg, hinunter ist es aber fast noch schwerer … Als dann noch Nebel aufzieht, ist die Wiedersehensfreude mit der Familie umso schöner.
Lina Dinkla
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miguel.wasia@gmail.com
Pingu & Bär
Die beiden Freunde Pingu und Bär schieben gemeinsam ihr Fahrrad einen Berg hinauf. Dabei durchqueren sie Wälder, Wiesen und Wüsten. Sie kommen durch Eisstürme und müssen Lavafelder überqueren. Nach dieser langen, schier endlosen Reise erreichen sie schließlich den höchsten Gipfel. Sie nehmen all ihren Mut zusammen für die beste Abfahrt aller Zeiten.
Lina Dinkla
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Pintando con el pueblo
Mit der Wahlkampagne der Unidad Popular 1970 mobilisierten die Ramona-Parra-Brigaden junge Aktivist*innen im ganzen Land. Mit Pinseln und Farbkübeln malten sie politische Botschaften auf Wände und Mauern. Álvaro Ramírez – später auch im DDR-Exil als Filmemacher tätig – dokumentiert in „Brigada Ramona Parra“ (1970) die teils waghalsige Arbeit einer dieser Gruppen. Leonardo Céspedes‘ „Pintando con el pueblo“ wiederum zeigt die Neuausrichtung der chilenischen Kulturpolitik unter Salvador Allende. Künstler*innen und Kunststudierende verwirklichen unter den Augen der Passant*innen ein riesiges Gemälde vor dem Präsidentenpalast La Moneda in Santiago, das als Bühne für eine Kundgebung der Unidad Popular dient. Der Film endet mit Allendes Rede über die Kunst als „eine Kunst für das ganze Volk”. Die 16mm-Verleihkopie im Arsenal-Archiv ist wahrscheinlich das einzig erhaltene Material von „Pintando con el pueblo“. Für diese Retrospektive wurde sie digitalisiert.
Florian Wüst
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Prelude and Fugues – The Wood Thrush
Entfernt singt eine Walddrossel im völligen Schwarz des Bildes. Mit massiv bassigem Brummen kommt eine Fliege akustisch näher, jäh in ihrer Flugrichtung von einem Aufprallgeräusch gestoppt. Geräusche, die so vertraut sind, dass sie uns meist entgehen, waren zentrales Klangmaterial für den renommierten Sounddesigner Claude Beaugrand. Ihm widmet der langjährige künstlerische Freund und Filmemacher Pierre Hébert seine fünf animierten Fugen. Field Recordings wie jene von Vogel und Insekt leben von der Wiedererkennbarkeit in der Wiederholung sowie von ihrer flüchtigen Natur mit zufälligen Wendungen und Variationen. Hébert formt durch Dehnen, Echoloops und Granulieren von Klängen einen Tonkörper. Und er kratzt direkt auf Film, arbeitet gegen den stofflichen Widerstand des Materials, der Emulsion. Jeder entstehende „Zeichen“-Strich hat auch etwas Unvorhergesehenes, Intuitives. Jede kraftvolle oder zarte zeichnerische Geste strahlt Lebendigkeit aus. So wie sich Drossel und Fliege akustisch begegnen, flattern nervös abstrakte Strichbündel auf der Leinwandfläche sowie in die Leinwandtiefe. Sie umkreisen die stark reduzierte Silhouette eines Menschen im freien Fall. Zwischentafeln umschreiben lyrisch einen Schmerz, der gesagt sein muss, für den es aber keine direkten Worte gibt. „Prelude and Fugues – The Wood Thrush“ ist eine unbeschreibliche Erfahrung choreographierter Geräusche, ein Kino des Inneren, das aus der feinfühligen Essenz der Animation und der unwiderstehlichen Verführung zum genauen Zuhören entsteht.
André Eckardt
Photosensitivity warning: Enthält Lichteffekte, die bei erhöhter Lichtempfindlichkeit Überreaktionen auslösen können.
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distribution@videographe.org
Private Universe
„Die Zukunft ist ein relatives Konzept. Sie uns vorzustellen, liegt an uns.“ Wie recht hat doch die Fernsehmoderatorin, die, zu einer Zeit in der Menschen erstmals den Mond begehen und Panzer in Prag einfahren – beides mit unabsehbaren Folgen –, wohlfrisiert und in Schwarz-Weiß auf eine womöglich farbenfrohe Zukunft anstößt. Denn wer kann schon wirklich wissen, wie die Menschen in einigen Jahrzehnten leben werden. Als Petr 1974 am Tag seiner Hochzeit mit Jana in Prag ein Tagebuch beginnt, weiß er nicht, wie die Welt und sein kleines Familienuniversum sich entwickeln werden – und wie sich beides gegenseitig beeinflussen wird. Als Helena Třeštíková kurz darauf beginnt, Janas Schwangerschaft mit der Kamera zu begleiten, weiß sie nicht, dass daraus 37 Jahre später ihre bisher längste Langzeitdokumentation entsteht: „Private Universe.“ Petrs Tagebuchaufzeichnungen bilden das variable Gerüst für dieses stets leichtfüßige Familienportrait. Aus der Tagebuch-Perspektive erscheinen große politische Umbrüche zuweilen als Randnotizen, erste Zähne als zentrale Ereignisse. Im Kleinen wird der Wandel der Tschechischen Gesellschaft nachvollzogen, ein Leben zwischen Karel Gott und John Lennon. Die ganze Dimension des Filmtitels offenbart sich aber erst, als Sohn Honza, der Widerspenstige, sich zum eigentlichen Protagonisten entwickelt. Zur Stunde seiner Geburt vor 37 Jahren ahnte er noch nicht, dass er bereits unter dem Stern der Kamera stand. Ein guter Stern?
Lars Meyer, DOK Leipzig Katalog 2012