Ein Auftragsfilm, der für ein Bildungsprogramm in Schulen entstand. Dieses Programm hat sich zum Ziel gesetzt, Kindern ihre eigene Geschichte und die ihres Landes zu vermitteln.
Ein Auftragsfilm, der für ein Bildungsprogramm in Schulen entstand. Dieses Programm hat sich zum Ziel gesetzt, Kindern ihre eigene Geschichte und die ihres Landes zu vermitteln – auch vor dem Hintergrund der Kriege in der jüngsten Vergangenheit. Die Hoffnung ist, dass das Wissen auch auf die Zukunft angewendet wird, dass es Farbe ins Schwarz-Weiß, ein Lächeln in die Bedrücktheit bringen kann.
Die Welt ist ein Haus und es gibt Regeln in diesem Haus
Felix Leffrank
Eine durchaus kreative Reflexion der unkreativen Phasen: Ein Geschichtenerzähler kämpft mit Depressionen und Schreibblockaden, unter den wachsamen Augen innerer wie äußerer Dämonen.
Die Welt ist ein Haus und es gibt Regeln in diesem Haus
Die Welt ist ein Haus und es gibt Regeln in diesem Haus
Felix Leffrank
Deutscher Wettbewerb Kurzfilm 2022
Animationsfilm
Deutschland
2022
13 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch
In farbenfrohen computeranimierten Bildern verhandelt Felix Leffrank die Höhen und Tiefen eines Künstleralltags. Auf dem Leidensweg zwischen Depressionen, Schreibblockaden, Wut und großstädtischer Einsamkeit wird ein Geschichtenerzähler von drei schrägen Vögeln begleitet, die mal als nervige Nachbarn, mal als innere Dämonen auftreten. Jung, Freud und die Psychologin Dr. Breuer in Gestalt einer grauen Katze fördern die Selbstreflexion, doch am meisten hilft wohl ein gemeinsames Bier mit Freunden.
Ein Mädchen, betroffen von Ausgrenzung, kreiert einen kleinen Dämon. Der seelische Schmerz wird zur lebensbestimmenden Identitätsfigur, von der es scheinbar kein Loskommen gibt.
Ein Mädchen, betroffen von Ausgrenzung, kreiert wütend einen kleinen Dämon, der sie von nun an für immer begleiten wird. Er tröstet sie in Momenten der Enttäuschung, hält sie aber auch in ihrer Einsamkeit fest. In Budanovas wunderschönem Animationsfilm formiert sich der seelische Schmerz zu einer Identitätsfigur, von der es unmöglich erscheint, sich ihr jemals wieder entziehen zu können.
Agnes reist von Luxusküche zu Luxusküche. Mit der jungen Frau tritt man eine kulinarische Reise an, die uns das Handwerk des Kochens aus nächster Nähe erleben lässt.
Mit Agnes reisen wir von Luxusküche zu Luxusküche, von Bergisch Gladbach über Barcelona zu den Färöerinseln. Im Gepäck hat die Köchin stets ihren Rucksack mit diversen Messern, Hackebeilen und Pinzetten. Bei der Zubereitung der Köstlichkeiten schaut die Kamera der wissbegierigen jungen Frau über die Schulter. Das Wasser läuft uns im Mund zusammen. Gleichzeitig gewinnt man einen Einblick in die verschiedenen Arten, ein Restaurant zu führen. Es geht um Teamgeist und Gleichberechtigung am Herd.
Man denkt an Goethes „Wilhelm Meisters Lehr- und Wanderjahre“. Denn auch dieser beobachtende Dokumentarfilm gleicht einem Entwicklungsroman. Agnes ist ambitioniert, versteht ihr Handwerk. Eines Tages möchte sie ihre eigene Chefin sein. Schnell findet sie sich in jedem neuen Team zurecht, reiht sich ein. Es ist eine sinnliche Freude, dabei zuzusehen, wie die vielen Hände ineinandergreifen, kulinarische Kreationen liebevoll hergestellt und fein gezupfte Salatblättchen als Dekorationen drapiert werden. Gleichzeitig muss Agnes gegen Widerstände kämpfen. Ihr Lohn ist gering. Ein Kollege fragt, was sie, die gerade erst ihre Lehre abgeschlossen hat, in einem Drei-Sterne-Restaurant suche. Agnes bewegt sich in einer Männerdomäne, in einem Umfeld, das den Druck gern nach unten weitergibt. Doch im Verlauf ihrer Reise trifft sie auch auf kollektive Formen der Zusammenarbeit und neue Visionen des Kochens.
Anke Leweke
Credits
Regie
Gereon Wetzel, Melanie Liebheit
Kamera
Gereon Wetzel
Schnitt
Stephan Bechinger
Produktion
Florian Brüning, Thomas Herberth, Alireza Golafshan
Ton
Melanie Liebheit
Musik
Wolf-Maximillian Liebich
Filmvertrieb
Georg Gruber
Funding institution
FilmFernsehFonds Bayern, Filmfonds Wien, ORF Film/Fernsehabkommen, Deutscher Filmförderfonds (DFFF), Österreichisches Filminstitut, BKM – Staatsministerin Kultur und Medien, Filmstandort Austria (FISA)
Nominiert für:
VER.DI Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness,
Young Eyes Film Award,
DEFA Förderpreis
Ein Wanderzirkus, sein Publikum sowie die Menschen und Tiere, die seinen Kern ausmachen. Voller Gespür für Rhythmen und Situationen entfaltet sich ein unalltäglicher Alltag.
Ins Dorf rollt: Zirkus Hein. Angelika Andrees interessiert sich für die einzelnen Nummern, die in der Manege präsentiert werden. Aber noch mehr für das, was davor und danach passiert. Oder wie das Publikum von unten aussieht, wenn sich diverse Hinterteile auf den Holzbänken herumdrücken. Dazu klackert und klopft es manchmal, oder Regen plätschert, und zum Schluss singt Bob Dylan. „Wanderzirkus“ entsteht noch an der Filmhochschule Babelsberg. Andrees probiert sich an verschiedenen Elementen, wechselt den Tonfall und erfasst so die Stimmungen, die sich um die fahrende Attraktion bündeln. Ganz ohne Kommentar, mit wenigen, kurzen Interviewsequenzen fügt sich ein Porträt.
Ein animierter Western in volkstümlichem Gewand, der aus Klischees, lokalen Stereotypen und nationalen Mythen eine Art satirischen Steckbrief des „wilden“ Slowenien aufsetzt.
Ein animierter Western in volkstümlichem Gewand, der aus Klischees, lokalen Stereotypen und nationalen Mythen eine Art satirischen Steckbrief des „wilden“ Slowenien, seiner farbenfrohen Trachten und seltsamen Bräuche aufsetzt. Boris Dolenc adaptierte einen Comicstrip von Vladan Nikolić, der wiederum auf Motive und Bildsprache der für Slowenien typischen bemalten Bienenstockstirnbretter zurückgriff.
Lina Dinkla
Credits
Regie
Boris Dolenc
Buch
Sandra Ržen
Schnitt
Boris Dolenc
Produktion
Eva Rohrmann
Co-Produktion
Jure Vizjak, Jaka Oman
Ton
Julij Zornik, Igor Iskra, Jure Strajnak, Peter Žerovnik, Samo Jurca
Narimane Mari widmet ihrem mittlerweile verstorbenen Gefährten, dem Künstler Michel Haas, ein berührendes Porträt, das vom Abschied erzählt. Eine kontemplative Hommage an die Liebe.
Narimane Mari widmet ihrem mittlerweile verstorbenen Geliebten, dem Künstler Michel Haas, ein berührendes Porträt, das vom Abschied erzählt. Eingefangen werden vor allen Dingen die kleinen alltäglichen Momente – Straßenszenen, die Arbeit im Atelier, gemeinsam Filme schauen, sich im Bett gegenseitig vorlesen. Die Abwesenheit einer herkömmlichen Narration, lange Kameraeinstellungen und intensive Gespräche laden zum Sinnieren über das eigene Verhältnis zur Endlichkeit ein.
Ein immer wieder eingestreutes Potpourri an Gedichten, Prosa und Musik von Nâzım Hikmet über Stéphane Mallarmé bis Sun Ra gibt dem Film seinen ganz eigenen, gemächlichen Rhythmus. Auch die Szenen im Atelier sind von dieser Stimmung getragen. Wie bei Jackson Pollock entsteht die Kunst zumeist am Boden. Doch statt mit Leinwand und dünnflüssiger Farbe arbeitet Michel Haas mit Tusche, großformatigen Papierbögen und heißem Wasser. Fröhlich summend, traktiert er mit festen Hieben der bloßen Hand das aufgeweichte Papier, bis Kanten, Knicke und Falten entstehen. Die abstrakten Umriss- und Flächenformen geben sich erst aus der Ferne betrachtet als Figuren zu erkennen: Häufig sind es ineinander verschlungene Paare. Eine kontemplative Hommage an die Liebe.
Ein hungriges Wiesel will die letzten verbliebenen Vögel auf einem Baum jagen. Der Baum schwankt, der Magen knurrt, das Wiesel lässt nicht locker, bis es zu spät ist.
Ein hungriges Wiesel streift allein durch die trockene Landschaft und will die letzten verbliebenen Vögel auf einem Baum jagen. Die Vögel versuchen, den Baum im Gleichgewicht zu halten, während das Wiesel beharrlich den Stamm hinaufklettert. Der Baum schwankt, der Magen knurrt, das Wiesel lässt nicht locker, bis es zu spät ist. Ein klassischer Cartoon mit Antihelden – nicht nur für Kinder gedacht.
Der siebenjährige Robert aus Erfurt kämpft gegen seine Pfunde und alles, was damit einhergeht: Hänseleien, verlockende Kuchenbasare. Christiane Hein fühlt sich ein, fragt nach.
„Alle sagen, die Dicken essen zu viel. Aber ganz so einfach ist das nicht“, erklärt Christiane Hein gleich zu Beginn ihres Films, der den siebenjährigen Robert Becher aus Erfurt bei seinem Kampf gegen die Pfunde begleitet. Die Etappen reichen von einem Diätsanatorium samt „Safttag“ über erniedrigenden Schulsportunterricht bis hin zu einem Besuch bei Verwandten auf dem Land, wo Robert ein Leben fernab von Hänseleien und Selbstgeißelung erfährt. Hier lässt der Junge los – nicht leicht, wenn die Gedanken ans Gewicht den Alltag umzäunen. Immer wieder platziert Regisseurin Hein eine Waage als Symbolbild, die an ein guillotinenhaftes Folterinstrument erinnert. Ein mitfühlendes Porträt.
Ein Besuch bei den Steinbrucharbeitern im Tagebau Reinhardtsdorf: Der Film durchdringt die Dimensionen des Traditionsberufs und begibt sich auf eine teils halluzinatorische Spur.
Im Tagebau Reinhardtsdorf bei Bad Schandau gewinnt eine Handvoll Steinbrucharbeiter den begehrten Elbe-Naturstein. Gabriele Deneckes Annäherung an die Männer unterschiedlichen Alters erfolgt nahezu tranceartig, die Bewegung hin zu und weg von den Steinen markiert den Eintritt in eine andere Welt. Von den unerbittlichen Arbeitsbedingungen der Vergangenheit hört man da, vom Alkohol, vom frühen Verschleiß der Menschen. Heute bedeutet das Freilegen der mächtigen Brocken inmitten der Natur auch ein Stück Freiheit. Es herrscht ein besonderes Selbstverständnis im Tagebau. Und: Wer ein Paar Holzlatschen abgelaufen hat, der bleibt – wahrscheinlich für immer.
Auch im Wendejahr setzt man im Prenzlauer Berg auf zuverlässige Kohlelieferungen. Renate Uhle und ihre Männer liefern die Briketts, begleitet von einer unmittelbaren Kamera.
Die Kohlebriketts donnern von der Schippe gegen den Waggon, werden verladen, entladen und landen schließlich in den Häusern des Prenzlauer Bergs. Renate Uhle ist Inhaberin der Kohlehandlung, die seit 1922 von ihrer Familie geführt wird. Gemeinsam mit ihren Männern – Klaus, Kalle, Manne, Erwin, Pummel, Felix und Würstchen – sorgt sie dafür, dass niemand im Umkreis zu frieren hat. Die Arbeit ist hart, das Feierabendbier gesetzt und Renates Zungenschlag schnell und einfühlsam. Helke Misselwitz begleitet die Arbeiter auf ihren tuckernden Dieselameisen durch die Straßen und das Wendejahr 1989, schwitzt mit ihnen beim Treppensteigen und lauscht ihnen durch Zigarettenrauchschwaden hindurch.
When There Is No More Music to Write, and Other Roman Stories
Éric Baudelaire
Eine opulente filmische Collage, die um das Schaffen des Komponisten Alvin Curran und das menschliche Bedürfnis kreist, sich mithilfe von Musik in der Welt zurechtzufinden.
When There Is No More Music to Write, and Other Roman Stories
When There Is No More Music to Write, and Other Roman Stories
Éric Baudelaire
Camera Lucida 2022
Dokumentarfilm
Frankreich
2022
59 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
Die Entführung und Ermordung des Politikers Aldo Moro; vier aufgeschlitzte Reifen, die einem Blumenhändler das Leben retten sollten; der verschollene Soundtrack zu Antonionis Spielfilm „Zabriskie Point“; das Aufeinandertreffen zweier Avantgarde-Komponisten; Archivmaterial und Found Footage – das sind die Bestandteile dieses „frei komponierten“ Films, der von der Stadt Rom durchdrungen ist und den menschlichen Drang zur steten Rebellion gegen die These vom Ende der Geschichte stellt.
Musik ist für den US-amerikanischen Elektronik-Komponisten Alvin Curran, dessen Gedanken- und künstlerische Welt im Zentrum von Éric Baudelaires ausnehmend reichhaltiger Collage steht, ein Vehikel, welches uns an Orte trägt, die wir nie zuvor bereist haben. In Rom, wo sich Curran in den 1960er Jahren niederließ, begegnete ihm damals der um einiges erfahrenere Berufskollege Franco Evangelisti und schockierte ihn mit der Frage: „Wissen Sie denn nicht, dass es gar keine Musik mehr zu schreiben gibt?“ Baudelaires kongeniale Montage von Film- und Tonfragmenten legt nahe, dass Currans Solo-Werk – wie auch seine Arbeiten mit dem bahnbrechenden Kollektiv „Musica Elettronica Viva“ – die Antwort auf Evangelistis Frage ist: Wir müssen uns die Welt immer wieder neu zusammensetzen.
Das Videotagebuch einer Kyjiwer Künstlerin, die angesichts des Kriegsalltags zwischen Angst, Agonie und Aktionismus schwankt. Dafür findet sie berührende Worte und Bilder.
Mit diesem persönlichen Videotagebuch aus Kyjiw gelingt es der Künstlerin Hanna Trofimova, ein Stück weit nachvollziehbar zu machen, wie der Krieg das Leben und den Alltag infiltriert und zerstört – selbst dann, wenn die eigene Wohnung noch nicht durch eine Bombe getroffen wurde. Bilder aus der beklemmenden „Normalität“ zwischen Sirenenalarm und Explosionen verbinden sich mit den berührenden Worten einer jungen Frau, die versucht, sich und ihr Dasein nicht ganz an die neue Realität zu verlieren.
Eine Mutter, eine Tochter, ihre enge Verbindung und die Frage, weshalb Sex seltsame Dinge mit Menschen macht. Die filmische Aufarbeitung eines Traumas: mit Showeinlagen.
„Sex macht seltsame Dinge mit den Menschen!“ Dieser Satz aus der Kindheit hallt nach. Was meinte ihre Mutter damit? Welche Ängste hat sie an Emma weitergegeben? Die angehende Filmemacherin stellt die Kamera in der Wohnung der Mutter auf, lädt deren Freundinnen ein, schafft eine offene Gesprächsatmosphäre. Mehr und mehr öffnet sich Coby, spricht ein verdrängtes Thema an. Gleichzeitig kann sie sich vor dem Objektiv der Tochter in Show- und Tanzeinlagen auch von einer ganz anderen Seite zeigen.
Der Lebensentwurf eines jungen Filmemachers prallt auf die Erwartungen der Mutter und der chinesischen Gesellschaft. Eine filmische Auseinandersetzung in leuchtenden Super-8-Bildern.
Der Sommer nach Abschluss der Uni: Eigene Lebensentwürfe und Erwartungen der Elterngeneration prallen aufeinander. Während Shuli seine Freunde mit einer Super-8-Kamera filmt, wünscht sich seine Mutter nichts sehnlicher, als dass er heiratet. Dass ihr Sohn Männer liebt und seit Jahren in Beijing mit seinem Freund zusammenlebt, darüber schweigt sie beharrlich. Ein ohrenbetäubendes Schweigen. Über beschauliche Familienbilder legt sich eine längst überfällige Auseinandersetzung.
Der Umweltschutz war in der Gesetzgebung des Industriestaates DDR fest verankert. Nur das Spannungsverhältnis zwischen Ausbeutung und Bewahrung der Natur schien unauflöslich.
Anlässlich des 1970 verabschiedeten Landeskulturgesetzes der DDR erläutert ein Sprecher die vielfältigen Aspekte des Umweltschutzes anhand plastischer, visuell zugespitzter Beispiele. Der grundsätzliche Widerspruch zwischen Ausbeutung und Bewahrung der Natur in einem entwickelten Industriestaat wird hierbei immer wieder thematisiert, ohne ihn jedoch auflösen zu können.